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Ein Förderverein gründete sich mit den Zielen das 1930 erbaute Sommerbad zu retten und einen neuen Eigner zu finden, der das Risiko Sommerbad tragen sollte. Durch diesen Verein blieb das Thema aktuell, das Sommerbad blieb in den Köpfen der Mindener.
Im Wahlkampf 1999 schmückten sich alle Gruppierungen, die ins Rathaus einziehen wollten, mit dem Versprechen dafür zu sorgen, dass das Sommerbad wieder geöffnet wird. Doch es blieb bei viel Gerede und wenig Handeln.
Die Kosten für eine Renovierung des Bades wurden ermittelt. Laut Bäder GmbH koste die Instandsetzung fast 2 Mio. Euro. Nun war die Politik gefordert, aber Entscheidungen fielen wieder nicht. Der Förderverein mühte sich in zähen Gesprächen mit Stadtverwaltung und Geschäftsführung der Bäder GmbH Lösungen zu finden.
Am 17.05.2001 dann der große Durchbruch: Der Rat der Stadt Minden beschließt die Öffnung des Sommerbades zum 01. Juli 2001 – 250.000 DM Zuschuss sollten für das Jahr 2001 an den Förderverein fließen. Drei Wochen später stellte die Stadt fest, dass sie dieses Geld überhaupt nicht hat – der Ratsbeschluss wurde ignoriert, das Bad blieb zu.
Im Juni 2001 gründete sich dann der Betreiberverein Mindener Sommerbad e.V. unter Führung einiger CDU Mitglieder. Ergebnisse erzielte auch dieser Verein 2001 nicht mehr.
Im November 2001 dann die Kehrtwende: Bürgermeister Korte verkündete, dass EMR/EON 1.023.000 Euro für den Umbau in ein Naturerlebnisbad investieren würde. Die Konzepte standen angeblich, ab 2003 sollte in dem Naturbad geschwommen werden. Im Februar 2002 begann die Politik das Konzept zu zerreden. Das Geld sollte lieber in Schulen investiert werden, was vornehmlich die Ratsfrau von Wrisberg über die Presse forderte. Das Geld ist immer noch nicht da – es war ja wie vom Bürgermeister richtig gesagt zweckgebunden.
Machbarkeitsstudien wurden für viel Geld in Auftrag gegeben, nur ein Argument fehlte: Das Sommerbad liegt im Überschwemmungsbereich der Weser. Das erste Hochwasser hätte sofort Riesenschaden an der neuen Anlage angerichtet.
Im Februar 2002, nach diesem völlig überflüssigen Artikel gegen die Investition in das Sommerbad, formierte sich der Betreiberverein neu, aus Verärgerung und der festen Überzeugung die letzte Chance für das Bad nutzen zu müssen.
Anton Dschida, Klaus-Peter Lillwitz, Ursula Rohlfing und Hans-Peter Kruse traten dem Verein bei und unterstützten die Gründungsmitglieder Marque Bilek, Elmar Matthausen, Herbert Michels und Sylvia Bilek bei dem Ziel, das Sommerbad zu erhalten.
Anton Dschida, der am 13.04.2002 zum stellvertretenden Vorsitzenden, neben Marque Bilek als Vorsitzenden, gewählt wurde, übernahm die operativen Aufgaben. Kontakte zur Bäder GmbH wurden aufgebaut, erste Begehungen im Bad fanden mit Unterstützung der Fachhochschule Minden statt. Kostenschätzungen in Bezug auf die Schäden wurden erstellt, das Betreiberkonzept geschrieben und am 03.05.2002 in Form eines notariellen Kaufangebotes der Bäder GmbH übermittelt, obwohl es am 27.April 2002 einen erheblichen Brandschaden am Schwimmmeisterhaus und der darunter liegenden Technik gab.
Zu diesem Zeitpunkt war längst klar: Das Bad bleibt auch 2002 geschlossen. Kernaussage des Betreiberverein-Konzeptes war: „Volksnahes und preisgünstiges Schwimmbad“. Am 27.06.2002 stimmt der Aufsichtsrat der MVV der Übertragung auf den Verein zu. In nichtöffentlicher Sitzung stimmte dann endlich auch der Rat der Stadt Minden am 11.07.2002 zu.
Am 31.07.2002 wurde der Pachtvertrag zwischen der Bäder GmbH und dem Betreiberverein Mindener Sommerbad e.V. unterzeichnet. Am 16.07.02 hatten die beiden Vereine (Förder- und Betreiberverein) den Schulterschluss vollzogen. In einer gemeinsamen Veranstaltung im Victoria Hotel wurde das Konzept, welches Dschida und Bilek präsentierten, mit großer Mehrheit begrüßt. Das nur äußerst bescheidene finanzielle Möglichkeiten vorhanden waren, musste jedem Besucher der Veranstaltung klar geworden sein, was letztlich auch zu kritischen Stimmen und Austritten führte.
Nun begannen die Arbeiten der freiwilligen Helfer unter Anleitung des seit 24.07.02 für den Betreiberverein tätigen Bauleiters Joachim Broßmann. Die Feuerwehr Minden unterstützte die Helfer tatkräftig beim Entleeren der Becken. Am 24./25.08.02 waren die ersten 1000 Helferstunden getan und das Bad wurde der Bevölkerung und einigen prominenten Besuchern wie z.B. dem Regierungspräsidenten Wiebe zugänglich gemacht. Das Schwimmerbecken sah zu diesem Zeitpunkt bereits aus wie in besten Zeiten – randvoll mit Wasser.
Rund 8000 Besucher an 2 Tagen interessierten sich für das Sommerbad. Danach begann der Herbst und auch so langsam die Einwinterung des Schwimmbades. Zuvor wurden noch der Brandschaden beseitigt, der Abwasserkanal instand gesetzt, die Brunnen überholt und viele andere wichtige Arbeiten ausgeführt. Hierbei gebührt insbesondere Bauleiter Broßmann großer Dank und Anerkennung für schwierige Arbeiten, die aufgrund seines Engagements preisgünstig ausgeführt werden konnten. Auch der ehrenamtlich tätige Reinhold Fischer ist mit inzwischen weit über 1000 Arbeitsstunden ein unersetzlicher Bestandteil des Bades geworden.
Nach kurzem Zögern der Verantwortlichen wurde Anfang Dezember 2002 entschieden die „Saure-Gurken-Zeit“ mit einer Eisbahn zu überbrücken, völlig untypisch für ein Schwimmbad. Zudem handelte es sich um die erste Eisbahn, die je in Minden stand. Die 7 Wochen wurden zu einer Zerreißprobe für Mensch und Material, aber letztlich ein großer Erfolg.
Gut 21.000 Besucher erlebten die von rund 50 ehrenamtlichen Helfern betriebene Anlage. In dieser Zeit kristallisierte sich auch der „harte Kern“ der Helfer heraus. Vor wenigen Wochen wurde der neue Verein Sommerbad Helferbörse e.V. gegründet, mit den beiden Vorsitzenden Hans-Peter Kruse und Hans Kolvitz.
Dieser Verein ersetzt in der Tagesarbeit die beiden anderen Vereine und unterstützt mit ehrenamtlichen Helfern die Mitarbeiter im Sommerbad. Der Betreiberverein hat die Aufgabe als Pächter des Bades und Arbeitgeber für die Mitarbeiter, der Förderverein ist für alle passiven Mitglieder die Freude am Schwimmen haben und mit ihren Beiträgen und Spenden die Helferbörse unterstützen wollen. Die Helferbörse kann noch viele helfende Hände gebrauchen!
“Die Technik läuft, die Becken sind gefüllt, die letzten Vertragsmodalitäten mussten noch erledigt werden, die Gastronomie auf Vordermann gebracht und die letzten Schönheitsreparaturen ausgeführt werden – dann konnte es losgehen nach über 3 ½ Jahren!“
Die Voraussetzungen waren erfüllt – jetzt brauchten wir die Bürger die in „ihr Bad“ zurückkehren – wie von Tausenden gefordert und ein wenig Beistand vom Wettergott.
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